Die Karriere

von Vicente Andreo Garcia (Kommentare: 0)

Hier also ein kleiner Einblick in unsere Karriere-Welt (wir schauen ja immer gerne hoch zu Karriere- Typen, bei denen klappt ja alles so toll !) Eine besondere Spezies dieser Art, die sich selbst in eine Sackgasse manövriert?:

Sie zeigen eine Art Gleichmütigkeit. Leider nicht aus gewachsener innerer Balance. Es ist eine Folge der Abspaltung ihre Emotionen. Mit dieser Weise erscheinen sie in der Berufswelt, was als souverän gedeutet wird. Tatsächlich ist ihr Verhalten aber Ausdruck eines Mangels an echten Gefühlen. Nach einiger Zeit übernehmen sie dieses „Getue“ auf ihr Privates. Nichts kann ihnen scheinbar anhaben. Sogar auf persönliche Angriffe reagieren sie gar nicht, sie lassen die Leute „professionell auflaufen“, machen mit dieser passiven Präsenz sogar Karriere. Super, Sie haben es „weit gebracht“. Diese Leute haben es schliesslich so perfektioniert, dass sie tatsächlich keine Widerstände mehr spüren. Die Emotionen sind völlig abgekoppelt, die souveräne Präsenz macht Widerstände einfach weg. Sie flüchten in einen Raum, in dem Gefühle zum Fremdwort werden, traurig! Gefühle erkennen sie nur noch als dumpfen Aufschlag in der Ferne.

Die Fassade scheint gelungen. Den Preis, den diese Leute zahlen? Echtes Glück ist nicht mehr empfindbar, selbst echte Freunde, sogar die eigene Ehefrau (falls sie ihn mal sieht!) , zuletzt auch die eigenen Kinder haben schon aufgegeben, sie mit Gefühlen zu erreichen. Und wer die schlechten Gefühle wegdrückt, der drückt auch die Guten weg. Wenn das Glück nicht mehr spürbar ist, breitet sich depressive Leere aus. Und wer auch das wegdrückt, bekommt es bald als körperliche Krankheit zu spüren. Menschliche Nähe wird zu einer Unbekannten, echte Gefühle werden verborgen hinter innerer Härte und äusserer Kälte.

Eine weitere Art von Karriere-Spezies sind die Ellbogen-Typen in den oberen Etagen. Sie machen Karriere mir ihrer Ellbogen-Technik: Verbal niedermachen, Druck ausüben und ihre "Untertanen" persönlich erniedrigen. 

Tatsächlich liegt auch dies begründet in der frühen Kindheit, in einer damaligen Erschütterung der Schutzmauern. Das Kind wächst auf mit der Überzeugung, unter keinen Umständen mehr in seinem Leben eine „Schwäche“ wie damals „zuzulassen“. Der heranwachsende Mensch wird ebenfalls gefühlskalt und kritikunfähig, teilt manchmal aus, bevor man überhaupt „Guten Tag“ sagen kann. In dieser Person sind Gefühle nicht erlaubt. Sie erkennt „echte“ Gefühle als ein Zeichen von reiner „Schwäche“.

Der Hit: manche haben irgendwie begriffen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Aber in ihren Augen steht ja „so viel“ auf dem Spiel, die Karriere, die Stelle, der Ehepartner, der vielleicht wegrennt, wenn das Geld „weniger„ würde....., das Ansehen. Dann besser „um Verrecken“ sich verbiegen und nicht „sich selbst“ sein. Den Partner verlieren sie im Übrigen meist sowieso und auf der Strecke bleiben neben den Freunden und das gesamte Umfeld auch die Gesundheit.

Diese Leute und Mischformen sowie auch noch „härtere Fälle“ treffen sich in der obersten Chef-Etage. Das Spiel geht dann soweit, dass diese im kleinen Kreis eng zusammenhalten, denn jeder weiss ein Geheimnis vom Anderen (der eine hat ein Verhältnis mit der Sekretärin, der andere hat Steuern hinterzogen, der andere......). Jeder sieht zu, dass der andere sein „Pöstchen“ behält. Klasse! Sie sind damit unkündbar und aus ihrer Sicht dazu „gezwungen“ dieses für viele inzwischen bei sich selbst erkannte „Verbiegen“ weiter zu führen (und sich weiter täglich zu quälen).

Das oben beschriebene soll bitte nicht zum Drama auffordern ("ja! Der böse, böse Chef ist Schuld. Und mein Partner ist bestimmt auch so ein Spezi, und mein Nachbar....). Bitte nicht! Es soll vielmehr aufzeigen, dass es wesentlich besser ist, mit seinen inneren Themen zu arbeiten und anschliessend sein Talent zu suchen und sich dem zu widmen. Auch zur Talentfindung gibt es passende Methoden. Zudem, sollten Sie einen solchen "Chef" haben, schauen Sie bei sich selber. Den Chef können Sie sowieso nicht ändern. Was macht die entsprechende Situation mit Ihnen, welche Gefühle kommen hoch. Wo kommen die Gefühle her, um dann, nach angewandter Technik Sie Ihren Chef verblüffen werden: die "Anmache" löst bei Ihnen keine negativen Gefühle mehr aus.  

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